
Cass
Siebzehn und wütend darüber, im guten Sinn
Stimmkategorie
Jugendliche Figuren tragen den größten Teil der Jugendliteratur, des Anime und jeder Schulgeschichte – und sie werden am leichtesten falsch besetzt. Zu jung klingt nach Trickfilm, zu alt bricht die ganze Prämisse. Das hier sind die jüngsten Erwachsenenstimmen der Bibliothek – sie klingen eher nach siebzehn als nach vierzehn, und das ist die ehrliche Spanne, für die du schreiben solltest.

Cass
Siebzehn und wütend darüber, im guten Sinn

Koji
Rivale mit maximal zwei Wörtern pro Satz

Aria
Die, die sich meldet, bevor sie nachdenkt

Tess
Trocken, flach, nichts beeindruckt sie
Die Hörproben sind Platzhalter, solange das öffentliche Demo-Audio noch produziert wird. Jede Stimme ist in jedem Tarif verfügbar – die Bibliothek ist keine Bezahlschranke.
Jugendliche Stimmen sind körperlich von Kinder- wie Erwachsenenstimmen verschieden – der Umfang hat sich gesetzt, die Resonanz noch nicht, und das Sprechmuster ist schneller und abgehackter als in beiden Nachbarbändern. Sprachsynthese-Engines haben dieses Band meist übersprungen – auch die hinter dieser Bibliothek: Kinderstimmen ja, Erwachsenenstimmen ja, dazwischen kaum etwas. Deshalb klingen in so vielen Amateur-Jugendhörspielen die Sechzehnjährigen wie dreißig.
Besetz aus den jüngsten Stimmen und schreib in ihrem Rhythmus, und eine Menge Schreibprobleme lösen sich von selbst. Ein echtes Jugendstimmen-Modell gibt es hier nicht – das sind junge Erwachsenenstimmen –, also liegt die Arbeit, nach sechzehn zu klingen, beim Dialog: kürzere Repliken, mehr Unterbrechungen, weniger gefestigte Formulierungen. So geschriebener Dialog klingt jung, auch aus einer Stimme, die genau genommen zwanzig ist.
Jugenddramatik läuft über Haltung: die Figur, die mit Witzen abwehrt, die, die nichts sagt, die, die unerbittlich aufrichtig und damit peinlich ist. In Prosa liest man das an der Wortwahl. Im Hörspiel liest man es nur, wenn die Stimmen unterschiedliche Grundenergie tragen.
Setz die Ruhe-Emotion jeder Figur einmal und führ dann in Pro die Ausnahmen Zeile für Zeile. Der emotionale Bogen der meisten Jugendszenen ist eine lange neutrale Strecke und zwei Zeilen, die sie brechen – genau diese zwei zu markieren wirkt stärker, als die ganze Szene Richtung Drama zu schieben.
Am häufigsten: Fan-Audio zu Anime und Manga, Szenen mit eigenen Figuren aus Zeichen- und Schreib-Communitys, und vertikales Kurzdrama, in dem Schulgeschichten weltweit zu den auflagenstärksten Genres gehören. Alle drei entstehen schnell, in Menge, meist von einer Person, und alle drei profitieren davon, eine Szene nach einer Überarbeitung neu rendern zu können, statt einen Termin zu suchen.
Dazu kommt eine deutsche Besonderheit: Das Jugendhörspiel hat hier eine echte Institution hinter sich. Öffentlich-rechtliche Hörspielredaktionen produzieren seit Jahrzehnten für dieses Alter, und das Publikum kennt den Klang – Ensemble statt Solo-Lesung, Atmosphäre statt Musikteppich. Wer in dieser Tradition veröffentlicht, wird daran gemessen, und das ist ein nützlicher Maßstab.
Visual Novels sind der vierte, etwas andere Fall: Dort tragen die Jugendstimmen hunderte kurze, verzweigte Zeilen statt durchgehender Szenen, und eine stabile Besetzung zählt mehr als Regie, weil Spielerinnen die Konsistenz über Zweige hinweg bemerken.
Junge synthetische Stimmen überzeugen im Gespräch und weniger in den Extremen. Durch einen Raum brüllen, mitten im Satz weinen, beim Reden lachen – das sind körperliche Ereignisse, und die Modelle nähern sie an, statt sie zu reproduzieren. Schreib um die Extreme herum, wo du kannst, und wo du nicht kannst, nimm genau diese Zeilen selbst auf und schneide sie im Editor hinein.
Das ist keine dauerhafte Grenze, aber die aktuelle, und es ist besser, sie einzuplanen, als im fertigen Mix von ihr überrascht zu werden.
Fünfzehn und neunzehn sind verschiedene Figuren. Entscheide, an welchem Ende der Jugend deine Figur steht – die Stimmen klingen eher nach siebzehn, bei einer Jüngeren muss also der Text mehr tragen –, und hör dann die Charaktere mit dem Tag jugendlich an.
Jugendszenen sind Gruppenszenen – Freundinnen, ein Rivale, eine erwachsene Person, die nichts versteht. Besetz sie gemeinsam, damit die Balance des Ensembles ab dem ersten Render sichtbar ist.
Die meisten jugendlichen Figuren haben eine Ruhelage: gelangweilt, eifrig, abwehrend. Setz sie als Grundemotion der Figur, dann musst du nur die Ausnahmen führen.
Jugenddramatik lebt von dem Moment, in dem die Rüstung fällt. Markier genau diese Zeilen in Pro als traurig oder geflüstert und lass alles drumherum neutral – der Kontrast macht die Arbeit.
Dein Publikum hört über Handylautsprecher oder billige Ohrhörer. Prüf den Mix dort, bevor du veröffentlichst; helle, hohe Stimmen verhalten sich auf kleinen Treibern anders.
Hochgepitcht wird nichts – die jugendlichen Figuren werden von den am jüngsten klingenden Stimmen der Engine gespielt, und damit fällt die übliche Ursache für diesen Effekt weg, auch wenn sie eher nach siebzehn als nach vierzehn klingen. Was bleibt, ist die Phrasierung: Wer lange, förmlich gebaute Sätze schreibt, bekommt in jeder Stimme etwas Älteres zurück.
Schreib Jugendsprache als normale Wörter, dann wird sie natürlich gesprochen. Heikler sind Anglizismen mitten im deutschen Satz – „gecancelt“, „cringe“, „safe“ –, weil die Engine zwischen deutscher und englischer Lautung schwankt. Hör sie einmal an und schreib sie, wo es zählt, so, wie sie gesprochen werden sollen.
Das ist der stärkste deutsche Dialoghebel, den englische Vorlagen gar nicht haben. Eine Jugendliche, die eine Lehrkraft plötzlich duzt, oder ein Vater, der ins Sie kippt, sagt in drei Wörtern mehr als jede Emotionsmarkierung. Schreib den Wechsel hin und lass die Zeile ansonsten neutral.
Deutsch, Englisch und die übrigen Sprachen der Oberfläche sind da; für Deutsch stehen pro Projekt bis zu 20 verschiedene Stimmen bereit, zehn davon deutsche Muttersprachler-Stimmen. Für ein Schulensemble mit sechs bis acht Figuren ist das reichlich.
Bei Ich-Erzählung in der Jugendliteratur ja, und es ist die naheliegende Wahl – die erzählende Person ist die Hauptfigur. Plan nur mehr Prüfzeit ein: Helle Stimmen verzeihen über eine Stunde weniger als eine warme mittlere Erzählstimme.
Sexualisierte Inhalte mit Figuren, die als minderjährig geschrieben sind. Das verstößt gegen unsere Bedingungen, unabhängig davon, wie das Audio entsteht, und betroffene Konten werden geschlossen.
Füge ein Skript ein, lass CastDub jeder Figur eine Stimme geben und exportier ein fertiges Hörspiel.
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